Am Montag, 4. Mai 2026, darf der palästinensische Aktivist Mazin Qumsiyeh in einem der grössten Hörsäle der Universität Zürich auftreten. Eingeladen haben ihn die sogenannte Palestine Student Association (PSA) und der Verband der Studierenden der Universität Zürich (VSUZH). Ein Überblick über den Mann, dem die Universität Zürich ihre Plattform bietet.
Die Veranstaltung trägt den harmlosen Titel «Ecology under Occupation» und findet heute Abend ab 18:15 Uhr im Hörsaal HAH-E-11 an der Häldeliweg 2 in Zürich statt – einem der grössten Räume der Universität Zürich. Wer ist Mazin Qumsiyeh, und was vertritt er?
Der Redner
Qumsiyeh ist Biologe, Aktivist und Mitgründer von Al-Awda, der «Palestine Right to Return Coalition» – einer Organisation, die das Rückkehrrecht für palästinensische Flüchtlinge und deren Nachkommen fordert und damit faktisch die Abschaffung Israels als jüdischen Staat anstrebt. Er ist zudem aktiv bei BoycottIsraeliGoods.org und tritt regelmässig für Sabeel North America auf, die NGO hinter der kirchlichen Divestment-Bewegung.
Seine Aussagen gehen weit über politische Israelkritik hinaus. Die Anti-Defamation League (ADL) dokumentiert einen Facebook-Post, in dem Qumsiyeh schreibt, «Zionisten» seien tief in beiden US-Parteien verankert und kontrollierten die Mainstream-Medien. Weiter behauptet er: «Es ist keine doppelte Loyalität – diese Rassisten haben eine einzige Loyalität: dem Zionismus. Viele sind bereits Agenten oder Helfer des israelischen Mossad, der US-Regierungs- und Unternehmensgeheimnisse stiehlt.» Die ADL stuft diese Aussagen klar als antisemitisch ein.
Laut NGO Monitor bezeichnet Qumsiyeh israelische Soldaten als handelnd «wie Nazi-Wächter in verschiedenen Situationen». Er bezeichnet Palästinenser als «Opfer des israelischen Kolonialismus» und spricht sich für eine Einstaat-Lösung aus – was faktisch das Ende Israels als jüdischen Staat bedeuten würde.
In einem Interview aus dem Jahr 2009 verglich Qumsiyeh den Zionismus direkt mit der Ideologie Osama bin Ladens. Der Zionismus verhalte sich zum Judentum, sagte er wörtlich, «genauso wie Osama bin Laden davon ausgeht, dass seine Philosophie ein Verständnis des Islams darstellt».
Das Komitee für Nahostberichterstattung (CAMERA) dokumentiert zudem ein Muster von nachweislich falschen Tatsachenbehauptungen: Qumsiyeh behauptete, 400 palästinensische Zivilisten seien in vier Jahren durch israelische Siedler getötet worden – tatsächlich waren es laut B’tselem 22. Er behauptete, Israel erhalte 30 Prozent der amerikanischen Auslandshilfe – tatsächlich waren es 12,6 Prozent. Beide Aussagen wurden von US-Tageszeitungen formell korrigiert.
Die Veranstalter
Bedenklich ist nicht nur der Redner, sondern auch der institutionelle Rahmen. Der Verband der Studierenden der Universität Zürich VSUZH ist die im Universitätsgesetz als öffentlich-rechtliche Körperschaft verankerte, offizielle Studierendenvertretung der Universität Zürich – einer der grössten Studierendenorganisation der Schweiz. Dass diese gemeinsam mit der Palestine Student Association eine Plattform für Qumsiyeh schafft und dabei Namen und Infrastruktur der Universität nutzt, verleiht der Veranstaltung einen Anstrich akademischer Seriosität, der ihr nicht zusteht.
Die sogenannte Palestine Student Association ist keine neutrale Kulturorganisation. Sie agiert an Schweizer Hochschulen als politische Aktivistengruppe, die Israel delegitimiert. Die NZZ hat bereits über das Antisemitismus-Problem des VSUZH berichtet.
Akademische Freiheit schützt den Austausch unterschiedlicher Meinungen. Sie schützt nicht die institutionelle Legitimierung eines Mannes, der Verschwörungstheorien über jüdische Medienkontrolle verbreitet, israelische Soldaten mit Nazi-Wächtern vergleicht und den Zionismus mit der Ideologie Osama bin Ladens gleichsetzt.
Stellungnahme der Universität Zürich
Audiatur-Online hat die Medienstelle der Universität Zürich am Sonntag, 3. Mai 2026, mit folgenden Fragen um eine Stellungnahme gebeten:
1. Nach welchen Kriterien vergibt die Universität Zürich Hörsäle für Veranstaltungen mit externen Referenten – und wurde im vorliegenden Fall geprüft, ob der eingeladene Redner antisemitische Aussagen verbreitet hat?
2. Ist der Universitätsleitung bekannt, dass Mazin Qumsiyeh laut dokumentierten Quellen Verschwörungstheorien über jüdische Medienkontrolle verbreitet und israelische Soldaten mit Nazi-Wächtern verglichen hat?
3. Sieht die Universitätsleitung in der Bereitstellung von Infrastruktur und institutionellem Rahmen für eine solche Veranstaltung einen Widerspruch zu ihrer Pflicht, jüdische Studierende vor Antisemitismus zu schützen?
Bis zur gesetzten Frist um 10:00 Uhr am 4. Mai 2026 ist keine Antwort eingegangen.
UPDATE 4. Mai 2026 16:06 Uhr
Statement der Universität Zürich
Die kritische Auseinandersetzung mit verschiedensten Themen und die Betrachtung aus unterschiedlichen Perspektiven sind unabdingbare Teile guter wissenschaftlicher Praxis. Die UZH schätzt die Diversität ihrer Angehörigen und Gäste und erwartet Toleranz und Offenheit im Umgang miteinander. In diesem Sinne lässt die UZH alle Sichtweisen zu, die den Grundsätzen persönlicher und wissenschaftlicher Integrität an der UZH gerecht werden.
Das Miteinander an der UZH basiert auf einem respektvollen Umgang sowie gegenseitiger Wertschätzung, unabhängig von individuellen Überzeugungen oder Ansichten. Angemessene Partizipationsmöglichkeiten für alle Universitätsangehörigen sind dabei zentral. Diskriminierung jeglicher Art, Hassreden, Mobbing, sexuelle Belästigung, Machtmissbrauch, Manipulation, Gewalt und Bedrohung haben an der UZH keinen Platz.
Wir nehmen Ihre Hinweise ernst und es gab im Vorfeld der Durchführung des Events verschiedene Massnahmen und Überlegungen bzgl. der Bewilligung, so z.B. die Bedingung eines Patronats, welches der Verband der Studierenden der Universität Zürich übernimmt. Ziel der Veranstaltung ist gemäss den Organisierenden der wissenschaftliche Austausch zu dem Fachgebiet von Prof. Qumsiyeh, der u.a. an der Bethlehem University lehrt. Die Veranstaltenden sind aufgefordert, zu Beginn des Events eine Kontextualisierung vorzunehmen, die aufzeigt, dass Prof. Qumsiyeh neben seiner wiss. Karriere auch als Aktivist agiert, und dass dessen Perspektive auf den Nahostkonflikt nur eine von vielen darstellt. Alle sollen eingeladen sein, das Thema "Ecology under Occupation" unter Einhaltung des Code of Conduct (Voraussetzung für alle Events an der UZH) zu diskutieren. Die formellen Bewilligungsbedingungen für Anlässe an der UZH sind erfüllt.























Ecology under Occupation…… Wie wäre das Thema
Ecology under Diesel-Flotilla oder
Ecology under Sharia law?
Die Uni Zürich würde Gut daran tun, sich nicht seinen guten Ruf für solche ideologische Propagandazwecke, von Aussen ruinieren zu lassen.
Wie prüft die Uni Zürich, dass ihr „Code of Conduct“ eingehalten wird? Mit welchen Konsequenzen müsste das Patronat dieser Veranstaltung rechnen, würde der eingeladene Gastredner und notorischer Verschwörungserzähler sich nicht an den CoC der Uni halten?
Rückgrat und einen eindeutigen moralischen Kompass, basierend auf Fakten und nicht auf Narrativen würden der Uni und unserer Gesellschaft besseren Dienst erweisen als diese Hetzpropaganda.
Das ist sehr traurig und enttäuschend Und stellt die Seriosität der Universitätsleitung in Frage.
Der Vergleich von der Handlung Israelischer Soldaten zu Handlung der Nazis, Fällt under der IHRA Definition von Antisemitismus. Da die Schweiz die IHRA Definition akzeptiert hat sollte die Uni – Zürich es respektieren.
Was sagt der Schweizer Steuerzahler? Schliesslich erhält die Uni Staatliche Unterstützung und sollte sich an Ethic Regeln halten.
Was würde die Uni sagen wenn die Jüdischen Studenten einem Sprecher einladen der gegen Palästinenser als Vergewaltiger und Mörder hetzt?